Kooperationsprojekt BA Neukölln / WerkHof Zehlendorf e. V. / Schule am Zwickauer Damm 2000 - 2012

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Am 15.09.2000 startete das mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderte Modellprojekt. Beteiligt waren die Schule am Zwickauer Damm, das Bezirksamt Neukölln und der WerkHof Zehlendorf e. V. Das Projekt wurde ins Leben gerufen, um jungen Menschen mit Jugendhilfebedarf und einem Förderschwerpunkt Lernen eine selbstbestimmte Lebensperspektive durch eine abgeschlossene Berufsausbildung zum Koch/ zur Köchin zu eröffnen. Bewusst wurde keine Ausbildung aus dem Bereich der Rehabilitation gewählt, da die Überzeugung bestand, das in der Regel auch Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen eine „Vollausbildung“ bestehen können, wenn die entsprechenden Rahmenbedingungen bestehen und eine gute Vorbereitung stattfindet.

Hierzu absolvierten Jugendliche, die sich für die Ausbildung interessierten bereits während ihrer Schulzeit Praktika beim Werkhof Zehlendorf. Im Vorfeld der Praktika fand eine intensive Vorbereitung in der Schule am Zwickauer Damm statt. Dies ermöglichte den Schülern einen problemlosen Übergang von der Schule in die Ausbildung. Der Betreuungsschlüssel war jugendhilfetypisch so angelegt, dass eine individuelle und intensive Arbeit im theoretischen, praktischen und pädagogischen Bereich möglich war. Hierbei wurden lerntherapeutische Aspekte einbezogen, ebenso wie Fachwissen aus der Arbeit im Bereich Legasthenie und Dyskalkulie.

Weitere wichtige Punkte waren:

  • Intensive Zusammenarbeit von Ausbildern, Lehrern und Sozialpädagogen.

  • Individualisierung: Orientierung am aktuellen Leistungsstand und an den Ressourcen des einzelnen Jugendlichen.

  • Ganzheitliche Förderung: Persönlichkeitsbezogene Aspekte werden gleichrangig mit schulischen und praktischen Ausbildungsinhalten gefördert.

  • Gute Kommunikation und enge Zusammenarbeit aller Beteiligten (Auszubildende, Lehrer, Sozialpädagogen, soziales Umfeld der Auszubildenden, Jugendamt Neukölln, Schule am Zwickauer Damm, Berufsschule).

  • Intensive praktische Erfahrungen auch außerhalb der Lehrküche (Buffets, Catering, Kochwettbewerb, Austauschprogramm).

  • Gute persönliche Anbindung der Auszubildenden an Sozialpädagoginnen/en, Ausbilder/innen und Lehrer/innen aufgrund kleiner Gruppen.

Diese Aspekte führten insgesamt zu einer hohen Erfolgsquote und einer geringen Abbruchquote. Das Projekt wurde nach dem Auslaufen der ESF-Förderung von den beteiligten Projektpartnern fortgesetzt, seit 2013 unter Leitung des WerkHof Berlin e. V.

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